Stücke, die erklären, worum es wirklich geht HINTERGRUND. u Alltag. u Katastrophen. u Alter. u Kontinuität. u Kriminalität. u Anwalt.

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u Alltag u Alter u Anwalt u Ausländer u Bürokratie u Demokratie u Dritte Welt u Ehrenamt u Katastrophen u Kontinuität u Kriminalität u Lebenshilfe u Marketing u Menschen u Recherche u Schule u Europa u Forum u Foto u Freizeit u Geschichte u Gesundheit u Haushalt u Heimat HINTERGRUND u Jugend u Justitz u Tests u Umwelt u Unterhaltung u Verbraucher u Vereine u Wächteramt u Wahlen u Wirtschaft u Wissenschaft u Wohnen u Zukunft Stücke, die erklären, worum es wirklich geht Hintergrund, Interpretation, Zusammenschau, Wolf Schneider und Paul- Josef Raue nennen sie in ihrem Handbuch die Königsformen des Journalismus. Die großen Zeitungen widmen ihnen die besten Seiten. Auch im Lokalen finden sich immer wieder ehrgeizige Versuche, im Sinne der Handbuchautoren erklärenden Journalismus zu bieten mit eigenen Seiten, mit besonderen Konzepten. Der Bedarf ist groß. Spielen doch alle wichtigen Themen in die lokale Welt hinein. In den Zentren, in Brüssel, in Berlin und in den Landeshauptstädten werden die Entscheidungen gefällt, vor Ort wirken sie sich aus, und hier will der Leser wissen, worum es geht. Und auch der ganz normale Alltag hält viele Themen bereit, denen Hintergründiges nur gut tun kann. 153 HINTERGRUND Die Stadt der Frauen In München leben mehr Frauen als Männer. Doch an den Schaltstellen in den einflussreichen Positionen, an den Hebeln der Macht sitzen vor allem Männer. Die Serie beschreibt, was ist und was sein könnte. Die Jury Das eigene Medienhaus nicht ausgespart 2. PREIS Ohne ideologische Scheuklappen In München leben mehr Frauen als Männer, doch an den zentralen Stellen in der Stadt sitzen vor allem Männer. Die Redaktion München/ Region/Bayern nimmt Verwaltung, Kommunalpolitik, Unternehmen und andere gesellschaftliche Bereiche unter die Lupe, das eigene Medienhaus inklusive. Sie forscht nach den Gründen, ohne ideologische Scheuklappen. Porträts, Analysen und Infografiken fließen in eine 17-teilige Serie, die weitreichende Debatten und Änderungen angestoßen hat. Auf keine ihrer großen Serien hat die Redaktion mehr Resonanz bekommen. Lokaljournalismus mit Langzeitwirkung, vorbildlich recherchiert und geschrieben. In München leben mehr als Frauen, viele von ihnen sind überdurchschnittlich gebildet doch an den zentralen Stellen der Stadt sitzen vor allem Männer an den Schreibtischen und anderen Orten der Macht. Wir haben uns darum die verschiedenen gesellschaftlichen Bereiche der Stadt vorgenommen und Fragen gestellt: Wie viele Bilder von Künstlerinnen hängen in den weltberühmten Museen der Stadt? Welche Frauen haben in den kleinen und großen Münchner Unternehmen das Sagen? Warum gibt es immer noch deutlich weniger Professorinnen als Professoren an den beiden Münchner Eliteunis? Und warum hat es noch nie eine Münchner Oberbürgermeisterin gegeben? Wichtig war uns, die Serie nicht nur zu einer bloßen Abfolge von Porträts erfolgreicher Frauen werden zu lassen, sondern zu deutlich mehr: Ziel war es, einen ehrlichen Ein- und Überblick zu geben, alle gesellschaftlichen Bereiche auszuleuchten und sich nicht nur darauf zu beschränken, einzelne herausragende und gelungene Karrieren herauszustellen. Um nicht nur mit dem Finger auf andere zu zeigen, haben wir die Auftaktfolge nicht nur mit einem großen Chart gestaltet ( Die Münchnerin in Zahlen ), sondern auch mit einem Essay über die Lage der Frauen in einem großen Münchner Medienhaus: einer Analyse über uns selbst und Frauenkarrieren bei der Süddeutschen Zeitung. Mit unserer Serie ist uns gelungen, was wir uns zuvor gewünscht hatten: Wir haben es geschafft, Debatten anzustoßen und an mancher Stelle sogar etwas zu verändern. Zu keiner unserer großen Serien haben wir zuvor mehr Zuschriften und Anrufe, mehr Anregungen und Ideen von unseren Lesern und auch von Münchner Entscheidern bekommen. Innerhalb der Sammlung Brandhorst, deren miserable Frauenquote wir veröffentlicht haben, wurde beispielsweise umgehend debattiert und entschieden, künftig mehr Werke von Frauen auszustellen. Gelungen ist uns auch, innerhalb unserer Redaktion noch einmal den Blick zu schärfen, Frauen (etwa als Expertinnen) und Frauenthemen einen größeren Platz, eine größere Selbstverständlichkeit einzuräumen. Nina Bovensiepen, Katja Riedel Noch Fragen? Nina Bovensiepen, Ressortleiterin München, Telefon: 089/ , Kassian Stroh, stv. Ressortleiter München, Telefon: 089/ , Katja Riedel, Redakteurin, Telefon: 0170/ , 154 Quelle: Kreisverwaltungsreferat München Fachangestellte ariats-fachkraft hkraft ische Fachangestellte. Betriebswirtin 4 nen gibt es in München, es Beamte. lichen Polizeibeamte im Vergleich Männer ten Maria, 43, Münchnerin von elisa harlan und katja riedel Maria hat bald Geburtstag, 44 Jahre wird sie alt. Wie sie wohl feiern wird? Wahrscheinlich mit ihrem Mann Thomas und mit ihrer 13-jährigen Tochter Anna; und vielleicht will Marias Schwester Elisabeth noch dazu kommen. Die ist Single, hat keine Kinder, so wie viele der Frauen aus Marias Bekanntenkreis und der Männer auch. München ist halt wirklich die Singlehauptstadt Deutschlands, denkt Maria, mehr als 30 Prozent der Bevölkerung leben allein, hat sie gerade in der Zeitung gelesen. Sie selbst hat mit 31 Jahren geheiratet da war Anna schon ein Jahr auf der Welt. Für eine große Geburtstagsparty mit vielen Gästen ist die Wohnung in Trudering zu eng. Etwas zu mieten, ist zu teuer. Sie müssen sehen, wie sie mit dem Geld auskommen. Ihr Mann arbeitet als Verkäufer in einem Kaufhaus in der Innenstadt, Maria als Bürokauffrau bei einer Versicherung. Anna geht aufs Gymnasium, sollte sie das Abitur wirklich schaffen, will Maria ihr unbedingt ein Studium ermöglichen. Aber Maria will nicht jammern schließlich geht es ihr besser als ihrer Freundin Sabine, die ist alleinerziehend, so wie knapp andere Münchner. Und die meisten Alleinerziehenden sind immer noch Frauen, mehr als 80 Prozent. Maria gibt es eigentlich gar nicht denn sie ist ein Konstrukt, das sich aus einer großen Zahlenrecherche ergibt. Einer Suche danach, wer die durchschnittliche Münchnerin ist. Ein Versuch der Annäherung an eine Unbekannte Wie sie heißt, wie sie lebt und arbeitet, wie sie denkt, fühlt und konsumiert. Heraus kommen viele Zahlen: Die wichtigsten, die die Münchnerin beschreiben können, zeigt diese große Illustration Münchnerinnen hat das Melderegister Ende Mai dieses Jahres erfasst etwa mehr als Männer. Dennoch ist München keine Stadt, in der die Frauen an den wichtigen Machtpositionen in Politik und Gesellschaft, in den Verbänden, Universitäten und im Wirtschaftsleben weiblich dominiert wäre. München hatte noch nie eine Oberbürgermeisterin, im Stadtrat ist die Frauenquote zuletzt sogar wieder gesunken. An der Spitze keines der sechs Münchner Dax-Konzerne steht eine Frau, einige haben sogar keine einzige im Vorstand, die das operative Geschäft an der Spitze mitverantwortet. Und auch die beiden Münchner Elite-Universitäten werden von Männern geführt. Aktuell sind selbst unter den Studenten die Frauen mit 47 Prozent noch knapp in der Minderheit. München ist zuletzt weiblicher geworden. Doch es gibt sie noch, die frauenlosen Reservate. Und nicht immer hätte man sie dort erwartet, wo man sie vorfindet. Zum Beispiel in den großen Münchner Kunstmuseen, in den drei Pinakotheken und der Sammlung Brandhorst, in denen gerade viele Besucherinnen die berühmtesten Werke der Kunstgeschichte bewundern. Wie viele Werke von Künstlerinnen dort derzeit gezeigt werden? Na? Es sind zehn. In den Beständen der Museen finden sich 4250 männliche und 369 weibliche Künstler. Alles andere als eine gute Statistik. Kunstwerke HINTERGRUND Alte Pinakothek Neue Pinakothek Pinakothek der Moderne Sammlung Brandhorst 155 HINTERGRUND X 81 BYR 83 R R A4? 82 THEMA DES TAGES PBM Samstag/Sonntag, 7./8. November 2015, Nr. 257 DEFGH NEUE SZ-SERIE: STADT DER FRAUEN Die Münchnerin in Zahlen Wer sie ist, was sie denkt, wofür sie sich interessiert und wie sie lebt. Auf der Suche nach einem Konstrukt, nach der Durchschnittsmünchnerin Die Münchnerin 20 % 17 % 20 % 49,85 % der Münchnerinnen sind Christinnen, davon sind Berufswelt Quelle: Bundesagentur für Arbeit Professorinnen Quelle: Statistisches Amt der Stadt München, von 16 Wiesnzelten wird ausschließlich von Frauen geführt (Ochsnbraterei) Quelle: Stadt München, Wiesn-Pressestelle 80 % 83 % 80 % 13 von 53 Gymnasien in München wurden nach Frauen benannt, 28 nach Männern und 12 haben andere Namen. Maria Anna Elisabeth Öffentlicher Nahverkehr Busfahrerinnen 4,7 % Tramfahrerinnen U-Bahn-Fahrerinnen Quelle: SZ-Recherche Anna Emma Emilia Quelle: Kriminalreport ,6 % der Inhaber/Geschäftsführer von IHK-Mitgliedsbetrieben sind Frauen. 16,9 % 17,1 % Quelle: IHK Kriminalität 137 Die am häufigsten begangenen Straftaten: Frauen Männer Diebstahl Betrug Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz Erschleichung von Leistungen Trunkenheit im Verkehr Quelle: Indikatorenatlas Stadt München Quelle: Wohnungslosenhilfe Bayern an Münchner Hochschulen 18,9 % Lokführerinnen bei der S-Bahn Frauen Männer aller Straftaten 4,9 % Diebstahl 4950 werden von Frauen 1. begangen. LMU TU 43,48 31,3 Jahre beträgt das Durchschnittsalter der Münchnerin. 27 % evangelisch Quelle: Statistisches Amt München ,9 % der Arbeitlosen in München sind Frauen Hochschule München 73 % katholisch Quelle: Melderegister München, Stand: Top 3 der beliebtesten Vornamen Insgesamt Sie hat im Schnitt 1,29 Kinder und ist bei der Geburt des ersten Kindes Jahre alt. Jahrgang 2014 Quelle: Kreisverwaltungsreferat München Die beliebtesten Ausbildungsberufe der Münchner Frauen... 1 Medizinische Fachangestellte 2 Büro-, Sekretariats-Fachkraft 3 Verkaufs-Fachkraft 4 Zahnmedizinische Fachangestellte 5 Kaufm. techn. Betriebswirtin... und der Münchner Männer 1 Kaufmann im Einzelhandel 2 Fachinformatiker - Systemintegration 3 Kfz.mechatroniker - PKW-Technik 4 Fachinformatiker-Anwendungsentwicklung 5 Sport- und Fitnesskaufmann 1144 Polizeibeamtinnen gibt es in München, insgesamt gibt es Beamte. Anteil der weiblichen Polizeibeamte im Vergleich Frauen Männer Schutzbeamte Kriminalpolizisten Maria, 43, Münchnerin Ein Versuch der Annäherung an eine Unbekannte von elisa harlan und katja riedel Mariahat bald Geburtstag, 44 Jahre wird sie alt. Wie sie wohl feiern wird? Wahrscheinlich mit ihrem Mann Thomas und mit ihrer 13-jährigen Tochter Anna; und vielleicht will Marias Schwester Elisabeth noch dazu kommen. Die ist Single, hat keine Kinder, so wie viele der Frauen aus Marias Bekanntenkreis und der Männer auch. München ist halt wirklich die Singlehauptstadt Deutschlands, denkt Maria, mehr als 30 Prozent der Bevölkerung leben allein, hat sie gerade in der Zeitung gelesen. Sie selbst hat mit 31 Jahren geheiratet da war Anna schon ein Jahr auf der Welt. Für eine große Geburtstagsparty mit vielen Gästen ist die Wohnung in Trudering zu eng. Etwas zu mieten, ist zu teuer. Sie müssen sehen, wie sie mit dem Geld auskommen. Ihr Mann arbeitet als Verkäufer in einem Kaufhaus in der Innenstadt, Maria als Bürokauffrau bei einer Versicherung. Anna geht aufs Gymnasium, sollte sie das Abitur wirklich schaffen, will Maria ihr unbedingt ein Studium ermöglichen. Aber Maria will nicht jammern schließlich geht es ihr besser als ihrer Freundin Sabine, die ist alleinerziehend, so wie knapp andere Münchner. Und die meisten Alleinerziehenden sind immer noch Frauen, mehr als 80 Prozent. Maria gibt es eigentlich gar nicht denn sie ist ein Konstrukt, das sich aus einer großen Zahlenrecherche ergibt. Einer Suche danach, wer die durchschnittliche Münchnerin ist. Frauen sitzen zur Zeit in der JVA München, bei den Männern sind es Wie sie heißt, wie sie lebt und arbeitet, wie sie denkt, fühlt und konsumiert. Heraus kommen viele Zahlen: Die wichtigsten, die die Münchnerin beschreiben können, zeigt diese große Illustration Münchnerinnen hat das Melderegister Ende Mai dieses Jahres erfasst etwa mehr als Männer. Dennoch ist München keine Stadt, in der die Frauen an den wichtigen Machtpositionen in Politik und Gesellschaft, in den Verbänden, Universitäten und im Wirtschaftsleben weiblich dominiert wäre. München hatte noch nie eine Oberbürgermeisterin, im Stadtrat ist die Frauenquote zuletzt sogar wieder gesunken. An der Spitze keines der sechs Münchner Dax-Konzerne steht eine Frau, einige haben sogar keine einzige im Vorstand, die das operative Geschäft an der Spitze mitverantwortet. Und auch die beiden Münchner Elite-Universitäten werden von Männern geführt. Aktuell sind selbst unter den Studenten die Frauen mit 47 Prozent noch knapp in der Minderheit. München ist zuletzt weiblicher geworden. Doch es gibt sie noch, die frauenlosen Reservate. Und nicht immer hätte man sie dort erwartet, wo man sie vorfindet. Zum Beispiel in den großen Münchner Kunstmuseen, in den drei Pinakotheken und der Sammlung Brandhorst, in denen gerade viele Besucherinnen die berühmtesten Werke der Kunstgeschichte bewundern. Wie viele Werke von Künstlerinnen dort derzeit gezeigt werden? Na? Es sind zehn. In den Beständen der Museen finden sich 4250 männliche und 369 weibliche Künstler. Alles andere als eine gute Statistik Wohnen 52,7 % der Einwohner in Schwabing West sind weiblich Kunstwerke Alte Pinakothek Neue Pinakothek Pinakothek der Moderne 1900 Sammlung 150 Brandhorst Familie 31,5 Jahre Armut Künstler gesamt: alt war die Münchnerin 2012 im Durchschnitt bei der Erst-Ehe Jeder 28. Privathaushalt wird durch eine alleinerziehende Person geführt. 83,1 % dieser Alleinerzieher-Haushalte werden von Frauen geführt % der Obdachlosen sind Frauen, die Dunkelziffer ist jedoch extrem hoch & 36 3 alt war die Münchnerin 2012 im Durchschnitt bei der Scheidung.... einem Kind... zwei Kindern... drei Kinder und mehr Frauen 18 % 14,8 % der Münchner gelten als arm 3,8 % 11,7 % der Münchner gelten als reich Quelle: Münchner Armutsbericht ,3 % der Verkehrsdelikte in Bayern begehen Frauen. Quelle: Pinakotheken München SZ-Grafik: Dalila Keller; Recherche: Elisa Harlan 43 Jahre Alleinerziehende Mütter mit... 6 % 48,4 % der Einwohner in Milbertshofen - Am Hart sind weiblich Frauen: 10 ausgestellt: 0 24 % 70 % 51,3 % der Singlehaushalte in München werden von Frauen geführt. Männer Quelle: Statistisches Amt München Quelle: Webseiten der LMU, TU und Hochschule München Quelle: Deutsche Bahn; MVG Quelle: JVA München, Stand: Quelle: Bayerische Strafverfolgungsstatistik 2013 Quelle: Bayerische Strafverfolgungsstatistik 2013 Politik helle Farbe = Frauen dunkle Farbe = Männer Anteil der Frauen im Stadtrat In Prozent 50 46,25 43, ,75 Prostitution 2807 Menschen in München befinden sich derzeit in der Prostitution. Davon sind 126 Männer und 124 unter 21 Jahren. CSU 30,7 % SPD 45,83 % Frauenanteil im aktuellen Stadtrat München Quelle: Handbuch des Münchner Stadtrats Bündnis 90/ Die Grünen/Rosa 50 % FDP/HUT/ Piraten 20 % Fraktion Bürgerliche Mitte ( Bayernpartei3/ Freie Wähler) 25 % ÖDP 50 % AfD 0 % Die Linke 50 % BIA 0% Quelle: Handbücher des Münchner Stadtrats OB-Kandidatinnen gab es seit 1984 in München Quelle: Kreisverwaltungsreferat München Quelle: Sicherheitsreport 2014, Polizei Bayern 84 % der Prostituierten sind nicht deutsch: Sie kommen vor allem aus Rumänien, Ungarn, Tschechien und Bulgarien 137 Bordellwohnungen legale Prostitutionsbetriebe gibt es in München 23 Bordellclubs Sonstiges DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten Süddeutsche Zeitung GmbH, München Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über BovensiepenN SZ S HINTERGRUND von nina bovensiepen Manchmal wirkt sie ja schon weit weg gerückt. Doch just, wenn dieses Gefühl überhandgenommen hat, kann es passieren, dass sie mit Karacho herunterzukrachen scheint. Bumm. Von wegen weit weg. Da ist sie wieder: die gläserne Decke. Ein Beispiel aus dem Bekanntenkreis. Es geht um eine gut laufende Kanzlei in Bayern, für die sich der Senior, um die 70, um seine Nachfolge kümmert. Zwei seiner Kinder arbeiten im Unternehmen, beides top ausgebildete Juristen, beide ehrgeizig und tough. Der Unterschied: das eine ist der Sohn, das andere die Tochter. Nahezu beiläufig erfuhr sie eines Tages, dass der Vater längst festgezurrt hat, wer in der Chefposition nachrücken soll. Er, der Bruder. Der Grund? Es könne ja sein, dass die Tochter bald wegen einer Babypause ausfalle. Klar, kann sein. Genau so,wie es sein kann,dass dem Junior plötzlich einfällt, er habe zu wenig von der Welt gesehen oder dass er in eine Elternzeit verschwindet, wie es heute viele Väter tun. Der Fall ist typisch, wenn es um den Aufstieg von Frauen in Führungsjobs geht. Bis zu einer bestimmten Hierarchie kommen sie heute leichter nach oben. Aber ganz oben hakt es oft gewaltig. In Unternehmen, ob klein oder groß, in der öffentlichen Verwaltung, in Wissenschaft oder Spitzengastronomie. Die Quotendebatten bewirken etwas, aber es ist immer noch zu wenig. Warum ist das so? Und wie stellt sich die Situation speziell in München dar? Das ist das Thema einer neuen SZ-Serie im Lokalteil. Sie leuchtet die Rolle von Frauen in vielen Bereichen der Gesellschaft aus. Sie untersucht, wie Frauen Städte bauen und Kunst sammeln, wie sie Firmen gründen oder das gestalten, was sie von ihren Vätern und manchmal Müttern übernommen haben. Auch um die Rolle der Frau in den Münchner Religionsgemeinschaften oder den großen Sportvereinen geht es. Bevor wir auf andere schauen, beginnen wir mit einem Blick auf uns. Die Süddeutsche Zeitung ist eine Münchner Zeitung und in der Stadt tief verwurzelt, wir sind kein internationaler Großkonzern, aber ein wichtiger Bestandteil der Medienbranche auf welche bei dem Thema Frauen auch kritisch geschaut wird. Wie sieht es also bei der SZ mit Frauen in Führungspositionen aus, mit der Förderung von weiblichem Nachwuchs? Wo geht es voran, wo hakt es? Sta d t der F r au en Sicher ist so viel: Es geht voran. Und es hakt. Das zeigen allein die Zahlen. Im Impressum der SZ, das die leitenden Redakteure aufführt, sind heute neun Frauen zu finden. Ihnen stehen 36 Männer gegenüber. Macht einen Frauenanteil von 20 Prozent. Damit liegt die SZ zwar deutlich hinter anderen Leitmedien wie der Zeit, die laut der Journalisten-Initiative Pro Quote inzwischen einen Führungsanteil von 36,7 Prozent erreicht hat. Gemessen an der SZ, wie sie vor einigen Jahren war, hat sich trotzdem enorm viel getan. Dass es vorangeht, hat mehrere Gründe. Die gesellschaftliche Debatte mit der Forderung nach Quoten ist einer. Auch bei der SZ haben damit neuartige Diskussionen begonnen. Denn obwohl die Zeitung sich gerne liberal und modern präsentiert und obwohl sie schon immer exzellente Autorinnen hatte: Frauen, die in eine Führungsposition wollten, wurden bis vor einigen Jahren häufig schlicht nicht ernst genommen. Sie seien zu jung oder zu unerfahren, wurde ihnen beschieden, während Männer im gleichen Alter selten als zu jung oder unerfahren galten. Zu einer Veränderung hat zudem die Erkenntnis der (rein männlich besetzten) Chefredaktion beigetragen, dass eine zu große Männerdominanz für die Zeitung, auch inhaltlich, nicht das Beste ist. Denn unter den Lesern der SZ sind jede Menge Frauen. Daher ist es wichtig, in der Frauenförderung voranzukommen. So hat, später als in manch anderen Branchen, bei der SZ und vielen Medien ein Prozess eingesetzt, in dem unter anderem Frauen-Arbeitsgruppen berufen wurden und in dem es bisweilen heftig geknirscht hat und immer noch knirscht. Zwischen Frauen und Männern. Auch zwischen Frauen und Frauen. Bekanntlich machen Frauen es Frauen nicht immer leicht. Sie verfügen nicht über eng geknüpfte Netzwerke, was auch nicht sein muss wobei sie sehr hilfreich sein können. Zudem sind Frauen oft zu kritisch oder missgünstig einander gegenüber, was auch nicht immer sein müsste. Zugleich sind nach wie vor Stereotype in vielen Köpfen ver
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