Kohlekraftwerke zur Mitverbrennung von EBS

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  Kohlekraftwerke zur Mitverbrennung von EBS Anlagen, EBS-Mengen und -Qualitäten, Betriebserfahrungen, Trends und Prognosen Stephanie Thiel 1. Anlagen und Projekte zur Mitverbrennung von Ersatzbrennstoffen
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Kohlekraftwerke zur Mitverbrennung von EBS Anlagen, EBS-Mengen und -Qualitäten, Betriebserfahrungen, Trends und Prognosen Stephanie Thiel 1. Anlagen und Projekte zur Mitverbrennung von Ersatzbrennstoffen Stand Frühjahr 2011 Dem folgenden Überblick über die Aktivitäten zur Mitverbrennung von Ersatzbrennstoffen aus gemischten Siedlungsabfällen (EBS-S) und/oder Ersatzbrennstoffen aus produktionsspezifischen Gewerbeabfällen (EBS-P) in deutschen Kohlekraftwerken liegt eine Recherche mit Stand März/April 2011 zu Grunde Dauerbetrieb Derzeit werden in zehn Kohlekraftwerken in Deutschland Ersatzbrennstoffe aus gemischten Siedlungsabfällen und/oder produktionsspezifischen Gewerbeabfällen im Dauerbetrieb mitverbrannt. Der Kraftwerksstandort Jänschwalde verfügt in den einbezogenen acht der insgesamt zwölf staubgefeuerten Braunkohlekessel über eine genehmigte Mitverbrennungskapazität von 3,6 Ma.-% EBS-S das entspricht Tonnen pro Jahr. Die frühere freiwillige Selbstbeschränkung auf Tonnen pro Jahr wurde ab 2009 überschritten: Die Einsatzmengen wurden zunächst auf Tonnen (2009) und dann auf Tonnen (2010) erhöht. Die Planmengen für die kommenden Jahre bis 2014 liegen zwischen und Tonnen pro Jahr. Im Braunkohlekraftwerk Schwarze Pumpe werden seit August 2007 in beiden staubgefeuerten Kesseln Ersatzbrennstoffe aus gemischten Siedlungs- und Gewerbeabfällen im Dauerbetrieb mitverbrannt. Die diesbezügliche Kapazität in Höhe von t/a wurde im ersten vollen Betriebsjahr (2008) mit etwa Tonnen weitgehend ausgeschöpft. In den beiden Folgejahren ging die Menge auf etwa Tonnen pro Jahr zurück, und ab 2011 ist eine weitere Reduktion auf etwa Tonnen pro Jahr geplant. In den beiden Braunkohlekesseln werden neben EBS-S auch Faserschlämme und Mischbrennstoff eingesetzt. Das Kraftwerk Werne/Gersteinwerk ist das einzige Steinkohlekraftwerk mit Trockenstaubfeuerung in Deutschland, in dem siedlungs- und gewerbeabfallstämmige Ersatzbrennstoffe mitverbrannt werden. Die geplante Steigerung der 283 Einsatzmenge von auf Tonnen pro Jahr EBS-S/EBS-P ab dem Jahr 2007 wurde nicht umgesetzt. Ursache ist die Verringerung der Ausnutzungsdauer des Kraftwerks: die steigende Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien führt zu starken Auswirkungen auf das Einsatzregime. Angesichts der verringerten Betriebsstundenzahl lässt sich eine Erhöhung des Ersatzbrennstoff- Einsatzes in Werne nicht realisieren. In den beiden ZWS-Kesseln des Braunkohlekraftwerks Berrenrath/Ville werden jährlich etwa Tonnen EBS-S eingesetzt genehmigt sind Tonnen pro Jahr. Außerdem werden auch Klärschlamm und Altholz mitverbrannt. Der Betreiber RWE hatte einen Antrag gestellt, den Ersatzbrennstoffeinsatz auf insgesamt 49,7 % der Feuerungswärmeleistung deutlich auszuweiten. 1 Im Einzelnen umfasste der Antrag die Erhöhung der Menge an EBS-S auf Tonnen pro Jahr sowie die Erhöhung der Klärschlamm-Menge und den zusätzlichen Einsatz von Flüssigbrennstoffen (Hydrauliköle und Teere). Anfang Mai 2011 hat RWE den Antrag vorerst zurückgezogen. Im Block 3 des Kraftwerks Veltheim/Porta Westfalica wurde die Mitverbrennung von EBS-S wie geplant auf die zweite der vier Brennkammern der Steinkohle- Schmelzkammerfeuerung ausgeweitet. Dagegen konnte die geplante Steigerung der Einsatzmenge von etwa Tonnen im Jahr 2006 auf das Niveau der verfügbaren Kapazität in Höhe von bis Tonnen pro Jahr ab 2008 nicht umgesetzt werden. Die Jahresmengen blieben mit bis Tonnen weit hinter dem Ziel zurück. Ursache für diese Entwicklung ist, dass die Einsatzstunden des Steinkohleblocks reduziert wurden. Diese Tendenz wird sich in den kommenden Jahren weiter fortsetzen. Demgemäß geht der Betreiber davon aus, dass die mitverbrannten Mengen in den kommenden drei Jahren weiter auf etwa bis Tonnen EBS-S pro Jahr zurückgehen werden. Im Steinkohle-Heizkraftwerk Pforzheim mit zirkulierender Wirbelschichtfeuerung werden seit November 2009 EBS-S aus der MBA Kahlenberg und EBS-P aus Kunststoffen mitverbrannt. Die jährliche Einsatzmenge soll bis 2012 auf etwa Tonnen gesteigert werden. An der Anlage wurden Verschleißerscheinungen beobachtet, die der Betreiber aber auf die eingesetzten Steinkohlesorten und nicht auf die mitverbrannten Ersatzbrennstoffe zurückführt. Im Steinkohle-Heizkraftwerk der Stadtwerke Flensburg wurde nach umfangreichen Um- und Nachrüstungen in den Jahren 2007 und 2008 nacheinander in drei der insgesamt fünf ZWS-Kessel die Mitverbrennung von Ersatzbrennstoffen aus vorsortierten gemischten Gewerbeabfällen begonnen. Seit einiger Zeit werden diesem EBS-S bereits beim Lieferanten 15 % Altholzschnitzel (u.a. aus Sperrholz) zugemischt, zudem werden auch geringere Mengen Spuckstoffe und DSD-Sortierreste mitverbrannt. Die Gesamteinsatzmenge wurde in den vergangenen Jahren sukzessive auf rund Tonnen (2010) gesteigert. Ab 2011 soll 1 für einzelne Schadstoff-Parameter wurde eine Ausnahmeregel mit Emissionsgrenzwerten beantragt, die erheblich unter denen der 17. BImSchV liegen: für SO mg/nm 3 statt 50 mg/nm 3 und für HCl 81 mg/nm 3 statt 10 mg/nm 3 284 sie weiter auf den Zielwert von Tonnen pro Jahr erhöht werden. In den betreffenden Kesseln wurden Schäden infolge von erhöhtem Verschleiß/Abtragungen durch den Ersatzbrennstoff-Einsatz festgestellt. 2 Als Gegenmaßnahme Tabelle 1: Kraftwerke mit Mitverbrennung im Dauerbetrieb (Stand März/April 2011) Standort Betreiber Kohleart Feuerungsart EBS-Art Kessel Beginn des Dauerbetriebs Jänschwalde Vattenfall Braunkohle Trockenstaub- EBS-S Werke Y1 + Y2 Y1: 02/2005 feuerung 1 (8 von 12 Kesseln) Y2: 07/2005 Schwarze Vattenfall Braunkohle Trockenstaub- EBS-S 2 beide Kessel 08/2007 Pumpe feuerung 1 Werne/ RWE Steinkohle Trockenstaub- EBS-S Block K 2004/2005 Gersteinwerk feuerung EBS-P (einziger Kessel) Berrenrath/ RWE Braunkohle ZWS EBS-S 2 beide Kessel 01/2007 Ville Veltheim/Porta GK Veltheim Steinkohle Schmelzfeuerung EBS-S 2 Block 3 01/2007 Westfalica (E.ON/SWB) (1 von 2 Kesseln) Pforzheim Heizkraftwerk Steinkohle ZWS EBS-S einziger Kessel 11/2009 Pforzheim GmbH EBS-P Flensburg Stadtwerke Steinkohle ZWS EBS-S 2 Kessel Kessel 11: 2007 Flensburg (3 von 5 Kesseln) Kessel 9: 06/2008 Kessel 10: 10/2008 Duisburg Stadtwerke Steinkohle ZWS EBS-P 2 Block I 01/2009 Duisburg (1 von 2 Kesseln) Osnabrück Ahlstrom Braunkohle und ZWS EBS-P 2 einziger Kessel 1993 (Papierfabrik) Steinkohle Oberkirch Koehler Steinkohle ZWS EBS-S einziger EBS-P: 2004 (Papierfabrik) EBS-P 2 Kessel EBS-S: 2006 Kraftwerke mit ruhender Mitverbrennung Werdohl- Mark-E Steinkohle Schmelzfeuerung EBS-S Block E Elverlingsen 3 (2/1 von 3 Kesseln) Westfalen/ RWE Steinkohle Schmelzfeuerung EBS-S Blöcke A + B 2003 Hamm 4 EBS-P 2 (2 von 3 Kesseln) Ensdorf 5 VSE Steinkohle Schmelzfeuerung EBS-P 2 Blöcke (beide Kessel) 1 mit Nachbrennrost 2 in den betreffenden Kesseln werden neben EBS-S/EBS-P auch andere Ersatzbrennstoffarten mitverbrannt 3 die Mitverbrennung ruht seit dem Frühjahr die Blöcke A und B wurden in der Einsatzfolge zurückgestellt, d.h. sie sind kaum noch in Betrieb; damit ist auch die Mitverbrennung seit 2010 zum Erliegen gekommen; die Stilllegung der drei bestehenden Blöcke und die Inbetriebnahme des Neubau-Doppelblockkraftwerks sind für 2012/2013 geplant 5 die Mitverbrennung geringer Mengen EBS-P wurde ab 2008 aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt 285 zeitlicher Verlauf der Mitverbrennung von EBS-S/EBS-P erste Versuche Langzeitversuch Y1 Y2 versuchsweiser Einsatz Versuchsbetrieb Probebetrieb K 11 K 9 K 10 seit 1993 Versuche 2 Kessel 1 Kessel Dauerbetrieb ruht Blöcke A + B in der Einsatzfolge zurückgestellt sehr geringe Mengen Mitverbrennung eingestellt wurde zunächst der zuerst mit EBS-S beaufschlagte Kessel 11 mit SiC-Platten ausgekleidet; für 2011 ist die Auskleidung von Kessel 10 geplant. Als weiterer Regelbrennstoff werden saisonal anfallende Frischhölzer/Holzschnitzel aus der Region ( bis Tonnen pro Jahr), z.b. aus Pflegearbeiten, eingesetzt. Der Betreiber plant, die Menge an Holz weiter zu steigern. Im Januar 2009 wurde im Block I des Steinkohlekraftwerks Duisburg (ZWS- Kessel) der Dauerbetrieb mit EBS-P aufgenommen. Der Ersatzbrennstoff zeichnet sich durch einen geringen Chlorgehalt und einen hohen regenerativen 2 Das Bettmaterial ist bei Mitverbrennung von EBS-S gröber als bei reiner Kohleverbrennung; durch den höheren Wassergehalt der Ersatzbrennstoffe im Vergleich zur Steinkohle erhöhen sich zudem die Volumenströme und damit die Abgasgeschwindigkeiten. 286 Kohlenstoffanteil aus. Die genehmigte Kapazität beträgt Tonnen pro Jahr. Für die kommenden Jahre wird eine Einsatzmenge von über Tonnen angestrebt. Außerdem werden nach wie vor Klärschlamm und Tiermehl mitverbrannt. Perspektivisch ist der Einsatz von Holz (Frischholz/A1-Holz) als weiterer Regelbrennstoff geplant. Der zirkulierende Wirbelschichtkessel der Firma Ahlstrom in Osnabrück dient zur Energieversorgung der dortigen Papierfabrik. Als Regelbrennstoffe werden sowohl Braunkohle als auch Steinkohle eingesetzt. Neben dem in der eigenen Papierfabrik anfallenden Papierfaserschlamm wird bereits seit 1993 Ersatzbrennstoff aus produktionsspezifischen Gewerbeabfällen mitverbrannt. Zur Versorgung der Papierfabrik Koehler mit Prozessdampf und Strom wird am Produktionsstandort Oberkirch ein firmeneigenes Steinkohle-Industrieheizkraftwerk betrieben. In der zirkulierenden Wirbelschichtfeuerung werden neben den anfallenden Papierfaserreststoffen und Klärschlamm seit 2004 auch EBS-P (sortenreine Kunststoffe) mitverbrannt. Von 2006 bis 2008 wurde im Rahmen eines regionalen Entsorgungskonzepts mit dem Zweckverband Abfallbehandlung Kahlenberg (ZAK) der schrittweise Umstieg von EBS-P auf überwiegend EBS-S aus der MBA Kahlenberg vollzogen Ruhender Dauerbetrieb In drei Steinkohlekraftwerken wurde die Mitverbrennung von EBS-S und/oder EBS-P nach mehrjährigem Dauerbetrieb eingestellt. Der Block E3 des Steinkohlekraftwerks Werdohl-Elverlingsen ist als Zyklonfeuerung ausgeführt wurde in beiden Kesseln der Dauerbetrieb mit EBS-S aufgenommen allerdings musste die Ersatzbrennstoffmenge aufgrund der starken Kesselverschmutzung auf maximal zwölf Prozent der Feuerungswärmeleistung limitiert werden. Im November 2004 wurde die Mitverbrennung aus betrieblichen Gründen 3 zunächst auf einen der Kessel begrenzt, seit dem Frühjahr 2006 ruht die Mitverbrennung in beiden Kesseln. Es wurde in Erwägung gezogen, den Block E3 in die Kaltreserve zu überführen. Nach den Ereignissen in Japan und der Diskussion um die Kernkraftwerke in Deutschland wurden diese Überlegungen allerdings erst einmal zurückgestellt. Wenn der Block weiter betrieben wird, wäre es auch denkbar, die Mitverbrennung von EBS-S wieder aufzunehmen. Dies ist derzeit allerdings noch offen. In Westfalen/Hamm Steinkohle-Schmelzkammerfeuerung wurden in den Blöcken A und B 4 eine Vielzahl verschiedener Ersatzbrennstoffarten wie Klärschlamm, Faserreststoffe, Altkunststoffe usw. eingesetzt. EBS-S und EBS-P spielten dabei mit etwa bis Tonnen pro Jahr eine untergeordnete Rolle. 3 Die zweite Ersatzbrennstoff-Zuführungsvorrichtung wurde in die am gleichen Standort betriebene und in das Dampfnetz eingebundene Wirbelschichtfeuerungsanlage für entwässerten Klärschlamm verlagert, wo EBS-S die bisher als Stützbrennstoff eingesetzte Steinkohle substituiert. 4 Darüber hinaus wurden verschiedene Ersatzbrennstoffarten (u.a. auch EBS-S) in der ConTherm-Anlage durch Pyrolyse in zwei indirekt beheizten Drehrohröfen zu Pyrolysekoks und Pyrolysegas umgesetzt. Beide Pyrolyseprodukte wurden nach ihrer Aufbereitung bzw. Reinigung dem Block C ebenfalls Schmelzkammerfeuerung zugeführt. Die Contherm-Anlage am Block C wurde durch einen Störfall (Explosion) beschädigt, der Block C selber wurde nicht beschädigt. 287 Seit 2010 wurden jedoch die Blöcke A und B in der Einsatzfolge zurückgestellt, d.h. sie sind kaum noch in Betrieb. Damit ist auch der Mitverbrennungsbetrieb zum Erliegen gekommen. Mit der Inbetriebnahme des an diesem Standort geplanten MW-Neubau-Doppelblockkraftwerks, die sich auf 2012/2013 verschiebt, sollen alle drei bestehenden Blöcke stillgelegt werden. Im Steinkohlekraftwerk Ensdorf liegt seit 2001 eine Genehmigung zur Mitverbrennung von bis zu Tonnen EBS-P pro Jahr vor. Von 2004 bis 2007 wurden sehr geringe Mengen EBS-P geshredderter Autohimmel (Fehlchargen eines Automobilzulieferers) und Kunststoffabfälle in der Schmelzkammerfeuerung mitverbrannt. Ab 2008 wurde die Mitverbrennung aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt Erfolgreiche Versuche In vier Kraftwerken wurden Mitverbrennungsversuche unterschiedlicher Dauer mit Erfolg durchgeführt. Im Anschluss wurde jedoch aus verschiedenen Gründen (bislang) kein Dauerbetrieb aufgenommen oder angestrebt. In den beiden trockenstaubgefeuerten Braunkohlekesseln des Kraftwerks Chemnitz wurde seit Januar 2007 ein Versuchsbetrieb mit EBS-S durchgeführt wurde die beantragte Dauerbetriebsgenehmigung für die Mitverbrennung von bis zu 5 % der Feuerungswärmeleistung das entspricht etwa t/a EBS-S erteilt. Die Genehmigung enthält Auflagen bezüglich der Nachrüstung von Messtechnik. Die dafür erforderlichen Investitionen wurden bislang nicht getätigt, da sich die Mitverbrennung unter den betreffenden Randbedingungen für den Betreiber wirtschaftlich nicht mehr lohnt. Daher wurde die Mitverbrennung im Mai 2010 eingestellt. Derzeit werden Vertragsgespräche mit einem neuen Ersatzbrennstoff-Anbieter geführt, der Tonnen EBS-S pro Jahr liefern könnte. Ob ein diesbezüglicher Vertrag zustande kommt und die Mitverbrennung nach Erfüllung der erteilten Auflagen wieder aufgenommen wird, ist noch offen. Bei positivem Ausgang könnte der Dauerbetrieb frühestens Ende 2011 beginnen. Im Kessel N1 des Kraftwerks Boxberg III Braunkohlestaubfeuerung wurde 2007/2008 ein einjähriger Versuchsbetrieb mit insgesamt etwa Tonnen EBS-S durchgeführt. Der im Anschluss geplante Dauerbetrieb mit bis zu Tonnen pro Jahr wird jedoch (vorerst) nicht realisiert. Der Grund liegt darin, dass an den EBS-S für den Einsatz im Kraftwerk Boxberg höhere Anforderungen hinsichtlich der mechanischen Eigenschaften (härtere Pellets) gestellt werden müssen, die den Aufbereitungsaufwand für die Ersatzbrennstoff-Lieferanten erhöhen. Solange die von Vattenfall vertraglich fixierten Mengen in den Kraftwerken Jänschwalde und Schwarze Pumpe unterkommen, kann die Option in Boxberg ruhen und damit unnötiger Zusatzaufwand vermieden werden. Nichtsdestotrotz wurde ein Dauerbetriebs-Antrag gestellt, der aber seitens des Betreibers nicht forciert wird. Wenn sich die Randbedingungen in der Zukunft ändern, ist ein späterer Einsatz von EBS-S in Boxberg durchaus möglich Vattenfall hält sich diese Option offen. 288 Tabelle 2: Kraftwerke mit erfolgreichen Versuchen (Stand März/April 2011) Standort Betreiber Kohleart Feuerungsart EBS-Art Kessel Zeit der weitere Versuche Planung Chemnitz eins energie Braunkohle Trockenstaub- EBS-S beide 01/2007 Mitverbrennung 05/2010 in sachsen 3 feuerung Kessel bis aus wirtschaftl. Gründen ein- 05/2010 gestellt; DB-Genehmigung liegt vor; Wiederaufnahme der Mitverbrennung ist offen Boxberg Vattenfall Braunkohle Trockenstaub- EBS-S 2 Werk III 2007/2008 nach 2008 kein Einsatz von feuerung 1 Kessel N1 EBS-S mehr; DB-Antrag läuft; (1 von 5 spätere Wiederaufnahme Kesseln) der Mitverbrennung ist offen (Option) Weisweiler RWE Braunkohle Trockenstaub- EBS-S 2 Blöcke 07/2004, 2d Verzicht auf feuerung 1 G + H 03/2005, 12 d Dauerbetriebsantrag (2 von 6 Kesseln) Herdecke Mark-E Steinkohle Schmelz- EBS-S einziger Heizperiode (2004 stillgelegt) (stillgelegt) feuerung Kessel 2000/ mit Nachbrennrost 2 in den betreffenden Kesseln wurden neben EBS-S auch andere Ersatzbrennstoffarten mitverbrannt 3 bis 2010 Firmierung als Stadtwerke Chemnitz Im Kraftwerk Weisweiler ebenfalls Braunkohlestaubfeuerung wurde 2004 zunächst ein zweitägiger Tastversuch und im darauffolgenden Jahr ein zwölftägiger Großversuch durchgeführt. In der Folge bereitete der Betreiber RWE einen Genehmigungsantrag für den Dauerbetrieb mit bis Tonnen EBS-S in den beiden größten der insgesamt sechs Kraftwerksblöcke vor, gab dann aber im August 2006 den Verzicht auf die geplante dauerhafte Mitverbrennung bekannt. Im zwischenzeitlich stillgelegten Steinkohlekraftwerk Herdecke wurden bereits 2000/2001 erste Betriebserfahrungen mit dem Einsatz von EBS-S in einer Zyklonfeuerung gesammelt. Diese wurden für die anschließenden Mitverbrennungsaktivitäten am Standort Werdohl-Elverlingsen genutzt Planungen Für die beiden ZWS-Braunkohlekessel in Wachtberg/Frechen liegt eine Genehmigung für einen zweijährigen Probebetrieb vor, der die Erhöhung der mitverbrannten Klärschlammmenge, den Einsatz von Biobrennstoffen (Frischholz, Grünschnitt, Altholz der Klassen A1 und A2) sowie die Mitverbrennung von Ersatzbrennstoffen aus Siedlungsabfällen umfasst. Von den neuen Brennstoffarten stehen seitens des Betreibers RWE die Biobrennstoffe im Fokus. Der Probebetrieb läuft. EBS-S wurde dagegen bislang noch nicht mitverbrannt weder versuchsweise in der Vergangenheit noch im Rahmen des derzeitigen Probebetriebs. Dies stellt eine Option für die Zukunft dar, wird aber nicht forciert. Der Betreiber plant, für die Ausweitung der Ersatzbrennstoff- Mengen und -Arten analog zur Probebetriebsgenehmigung einen entsprechenden Dauerbetriebsantrag zu stellen, der Zeitpunkt der Antragseinreichung ist noch 289 zeitlicher Verlauf der Mitverbrennung von EBS-S Versuchsbetrieb Mitverbrennung eingestellt (1 a) Einzelversuche Versuche Kraftwerk stillgelegt offen Abbruch der Versuche oder der Planung des Dauerbetriebs An sechs Standorten wurden die Mitverbrennungsversuche oder die Planung des Dauerbetriebs abgebrochen. In der überwiegenden Zahl der Fälle scheiterte der Einsatz von EBS-S und/ oder EBS-P an feuerungstechnischen Problemen in Staubfeuerungen: In den Steinkohlekesseln der Kraftwerke Wedel (Trockenstaubfeuerung) und Werdohl- Elverlingsen/Block E4 (Schmelzkammerfeuerung) brachen die Betreiber die Versuche wegen unvollständigen Ausbrands ab. Auch im Braunkohlekraftwerk Buschhaus (Trockenstaubfeuerung) wurde kein zufriedenstellender Ausbrand des Ersatzbrennstoffs erzielt im Unterschied zur überwiegenden Mehrheit der staubgefeuerten Braunkohlekraftwerke 5 ist der Kessel aufgrund der spröden, kurzfaserigen Struktur der eingesetzten Salzkohle nicht mit einem Nachbrennrost ausgestattet. Wirtschaftliche Erwägungen im Zusammenhang mit der großen erforderlichen Aufbereitungstiefe des Ersatzbrennstoffs kamen hinzu. Im Steinkohlekraftwerk Ibbenbüren führte der versuchsweise Einsatz von EBS-P in der Anthrazitkohle-Schmelzfeuerung zum Zusammenbruch der Verbrennung. Bei der Mitverbrennung von EBS-S im ZWS-Kessel des Braunkohlekraftwerks Wählitz wurde während eines dreißigstündigen Versuchs ein deutlicher Korrosionsangriff durch Chloride festgestellt. Daraufhin wurden die Pläne zur dauer- 5 Da viele Braunkohlen durch fasrige Holzstrukturen (Xylit) gekennzeichnet sind, verfügen die meisten Braunkohlekraftwerke mit Trockenstaubfeuerung über Nachbrennroste, auf denen die Xylit-Bestandteile ausbrennen können. 290 Tabelle 3: Kraftwerke mit Abbruch der Versuche oder der Planung des Dauerbetriebs (Stand: März/April 2011) Standort Betreiber Kohleart Feuerungsart EBS-Art Kessel Zeit der Problem Versuche Wedel Vattenfall Steinkohle Trocken- EBS-S Block 2 10/2001 unvollständiger staubfeuerung EBS-P (1 von 2 K.) 09/2002 Ausbrand Werdohl- Mark-E Steinkohle Schmelz- EBS-S Block E4 01/2001 unvollständiger Elverlingsen feuerung (1 von 3 K.) 04/2001 Ausbrand Buschhaus E.ON 1 Braunkohle Trocken- EBS-S 2 einziger 2004 unvollständiger (Salzkohle) staubfeuerung Kessel (mehrtägig) Ausbrand Ibben- RWE Steinkohle Schmelz- EBS-P einziger 2000 Zusammenbruch büren (Anthrazitk.) feuerung Kessel der Verbrennung Wählitz Mibrag Braunkohle ZWS EBS-S einziger 09/2004 (30 h) Chlorkorrosion Kessel 07/2005 (30
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